Offizielle Merkblätter beschreiben, wie die IPMA Level D Prüfung abläuft. Was sie nicht sagen: wie sie sich anfühlt. Was wirklich überrascht. Und was im Nachhinein wirklich geholfen hätte.

Seit über 20 Jahren begleite ich Teilnehmer durch die IPMA Level D Zertifizierung beim PROJEKTFORUM. Nach jeder Prüfung bitte ich um Rückmeldung – nicht alle melden sich, aber die, die es tun, geben uns etwas Unschätzbares: echte Einblicke aus dem Prüfungsraum, die kein Merkblatt liefert.

In diesem Artikel teile ich die wichtigsten Erfahrungen aus diesen Rückmeldungen – anonymisiert. Ergänzt um meine eigenen Beobachtungen als Trainer.

Die zwei Prüfungspfade: Welcher ist der richtige für Sie?

Die IPMA Level D Prüfung wird von der PM-ZERT, der unabhängigen Zertifizierungsstelle der GPM, abgenommen. Sie kann als Präsenz- oder Onlineprüfung absolviert werden und bietet zwei Pfade:

  • Pfad 1: Schriftliche Prüfung (90 Minuten) plus Report (25 Seiten, eigenständig zu Hause erstellt)
  • Pfad 2: Zwei schriftliche Prüfungen à 90 Minuten in direkter Folge – kein Report erforderlich

Auf den ersten Blick wirkt Pfad 2 einfacher – kein Report, kein zusätzlicher Aufwand. Die Erfahrung aus der Praxis zeigt jedoch ein anderes Bild.

Meine klare Empfehlung: Pfad 1 mit Report. Der Report entsteht begleitend während des Seminars – Schritt für Schritt, mit individuellem Trainer-Feedback. Wer die Rückmeldungen ernst nimmt und konsequent umsetzt, erstellt einen Report, der den Anforderungen der Assessoren entspricht. Die schriftliche Prüfung Teil 2 hingegen ist sehr anspruchsvoll und zeitlich extrem eng: Die schriftliche Prüfung zu den Methoden stellt viele Teilnehmer vor härtere Herausforderungen als erwartet.

Online-Prüfung: Pünktlichkeit ist absolut entscheidend. Der Prüfungsraum wird zu einem festen Zeitpunkt geschlossen. Wer dann nicht anwesend ist, kann nicht mehr teilnehmen. Das ist keine Drohung – das ist Praxis. Auch der Ausweis darf nicht vergessen werden.

Was Teilnehmer aus der Prüfung berichten

Die Prüfungsatmosphäre: Distanziert, aber fair

Die Assessoren werden von Teilnehmern überwiegend als professionell und sachlich beschrieben. Eine gewisse Distanz und Zurückhaltung gehören zur Rolle – sie sind kein Signal für Feindseligkeit.

„Die Assessorin wirkte zunächst sehr kühl und zurückhaltend. Im persönlichen Gespräch stellte sich heraus: Es war professionelle Haltung, kein feindseliges Signal. Ihr war es wichtig zu erkennen, ob der Prüfling das Element wirklich verstanden hat – und das kann sie an den Antworten ablesen, auch wenn nicht alle richtig waren.“  – Teilnehmer Level D

„Die Assessorin war sehr ruhig, wertschätzend und souverän und sorgte für eine angenehme Prüfungsatmosphäre.“  – Teilnehmerin Level D, Onlineprüfung

Einige Teilnehmer berichten auch von gezielten Nachfragen, die das Gespräch in eine bestimmte Richtung lenken. Das gehört zum Konzept – und wer in solchen Momenten nachfragt, zeigt Selbstbewusstsein, keine Schwäche. Hinter diesen Nachfragen steckt eine klare Absicht: Assessoren möchten dem Prüfling die Möglichkeit geben, eine richtige Antwort zu produzieren – denn eine vollständige Antwort bedeutet für sie einen weiteren Punkt. Wer also gezielt nachgefragt wird, sollte das als Einladung verstehen, nicht als Falle.

Typische Themen in der Prüfung

Die konkreten Formulierungen wechseln von Prüfung zu Prüfung – Assessoren entwickeln regelmäßig neue Fragen und Fallstudien. Die thematischen Schwerpunkte bleiben jedoch stabil. Aus den Rückmeldungen unserer Teilnehmer über viele Jahre:

  • Unternehmenskultur nach Edgar Schein: Ebenen und ihre Einordnung
  • Teamentwicklung nach Tuckman: Phasen, Einstellungen, Aufgaben der Projektleitung
  • Situative Führungsstile und ihr Zusammenhang mit Erfahrung und Können
  • Stakeholderanalyse: Zweck, Aufbau, diskursive und partizipative Strategie
  • Veränderungsmanagement nach Kurt Lewin: alle drei Phasen, insbesondere Freezing
  • Teamrollen nach Belbin: Stärken und Schwächen konkreter Rollen
  • Vertrauen und Verlässlichkeit: Bedeutung für die Projektarbeit
  • Datenschutz vs. Datensicherheit: Unterschied und praktische Bedeutung
  • Vertragsarten und rechtliche Grundlagen im Projektkontext
  • Feedbackregeln aus Geber- und Empfängerperspektive
  • Was ist kein Projekt? – Begründung anhand konkreter Beispiele
  • Projektarten: Einordnung konkreter Vorhaben wie z. B. Impfstoffentwicklung

Zu den Themen und Inhalten, die in der IPMA Level D Prüfung vorkommen können, ist das PROJEKTFORUM durch über 20 Jahre Seminar- und Prüfungserfahrung sehr gut orientiert. In unseren Seminaren vermitteln wir genau die Inhalte, die erfahrungsgemäß prüfungsrelevant sind – methodisch, sozial und organisational, entsprechend den drei Kompetenzbereichen der ICB 4.0.

Was wir dabei bewusst transparent machen: Welche Themen und Inhalte kommen, das ist uns bekannt. Welche konkreten Fragen die Assessoren in einer bestimmten Prüfung stellen werden, weiß keine Trainingsorganisation. Die PM-ZERT und ihre Assessoren entwickeln regelmäßig neue Prüfungsfragen und Fallstudien. Das sichert die Qualität und Fairness der Zertifizierung.

Unsere Aufgabe als Vorbereiter ist es nicht, Fragen vorherzusagen – sondern Kompetenz aufzubauen. Wer die Inhalte wirklich verstanden hat und anwenden kann, besteht die Prüfung – unabhängig davon, wie die konkrete Frage formuliert ist.

Das Thema Agilität: Wer es ernst nimmt, ist gerüstet

Agilität ist fester Bestandteil unseres Seminars – Scrum-Rollen, agiles Manifest, Akzeptanzkriterien, der Vergleich klassisch/agil. Das vermitteln wir, und zwar nicht als Randnotiz. Dennoch berichten einzelne Teilnehmer im Nachhinein, dass der Umfang und die Präzision der agilen Fragen sie überrascht hat.

„Bei mir haben knapp 7 Fragen rein zur agilen Steuerung und Scrum überrascht – auch in Bezug auf die Frageninhalte. Schaut euch das auf jeden Fall tiefergehend an.“  – Teilnehmerin Level D, 2025

Die Botschaft dahinter ist klar: Wer die agilen Inhalte im Seminar intensiv verarbeitet und zu Hause vertieft, ist gut aufgestellt. Wer sie überfliegt, wird in der Prüfung Punkte liegen lassen. Was konkret gefragt wird:

  • Prinzipien des agilen Manifests – mit thematischer Eingrenzung, z. B. mit Bezug auf Teamarbeit
  • Anwendbarkeit der agilen Werte außerhalb der Softwareentwicklung – mit Begründung
  • Entsprechung der SMART-Zieldefinition im agilen Umfeld
  • Akzeptanzkriterien: Wo zu finden, wer erstellt sie, wozu dienen sie
  • Analogie zwischen PDCA-Zyklus und Scrum
  • Bedeutung der Scrum-Werte für die allgemeine Projektarbeit

Unsere Empfehlung: Nutzen Sie alle Lernmaterialien in Kombination – Seminarunterlagen, Lern-App und Übungsklausuren ergänzen sich gegenseitig. Keine Quelle allein bildet die Breite der Prüfungsinhalte vollständig ab.

Der Report: Wo Punkte gewonnen – und verloren werden

Der Report ist beim Pfad 1 der zeitintensivste Teil in der Vorbereitung – und gleichzeitig derjenige, der am sichersten zum Bestehen beiträgt. Er wird von den Assessoren vor dem Prüfungsgespräch bewertet und bildet die Grundlage für das anschließende Feedback.

„Die Vorbereitung auf Basis der Vorlage für den Report unter Beachtung der Checkliste ist perfekt. Wenn man sich daran hält, sollte es keine Gründe für Punktabzug geben.“  – Teilnehmerin Level D, 2025

Das ist der entscheidende Punkt: Wer unsere Vorlage konsequent nutzt und das Trainer-Feedback Schritt für Schritt umsetzt, erstellt einen Report, der den Anforderungen der Assessoren entspricht. Die Rückmeldungen aus vielen Jahren zeigen, wo Teilnehmer ohne ausreichende Begleitung häufig Punkte liegen lassen:

Projektsteckbrief

  • Tagesgenaue Start- und Endtermine – Monat und Jahr reichen nicht
  • Lenkungsausschuss muss in Einzelpersonen mit Funktionsbereich aufgeschlüsselt werden
  • Budget im Steckbrief ist eine Schätzung zu Projektbeginn – keine fertige Kostenaufstellung

Ziele und Zielhierarchie

  • Sozialziele müssen aufgeführt werden – auch wenn im realen Projekt keine definiert wurden
  • Kategorien (muss/kann/soll) und Prioritäten (1/2/3) sind nicht dasselbe – Assessoren wollen beides
  • Nichtziele dürfen in der Zielhierarchie nicht grafisch mit anderen Zielen verbunden sein

Risikoanalyse

  • Präventive Maßnahmen reduzieren die Eintrittswahrscheinlichkeit – Strategie: verringern
  • Korrektive Maßnahmen reduzieren den Schadensumfang – Strategie: begrenzen
  • Nur echte Projektrisiken aufführen – keine allgemeinen Managementaufgaben

Phasenplan und Vorgangsliste

  • Startmeilenstein und Meilensteine am Beginn jeder Phase sind Pflicht
  • Phasen dürfen sich in der Darstellung nicht überschneiden
  • Vorgangsliste: Keine Anfangs- und Endtermine – diese sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt

Einsatzmittelganglinie

  • Darstellung in Prozent ist falsch – Arbeitsstunden sind gefordert
  • Skalierung auf Monatsebene ist zu grob – maximal wochenweise

Unser Tipp: Nutzen Sie die PROJEKTFORUM-Checkliste konsequent – sie bildet vollständig ab, worauf Assessoren achten. Was die Checkliste fordert, fordert die Prüfung. Was dort nicht steht, gehört nicht in den Report. So einfach ist das Prinzip – und so zuverlässig funktioniert es in der Praxis.

Was beim Nicht-Bestehen passiert – und was es bedeutet

In seltenen Fällen wird die Prüfung nicht beim ersten Versuch bestanden. Das ist keine Katastrophe – aber es lohnt sich, es nüchtern zu betrachten.

„Was für ein Black Out – und das trotz sehr intensiver Vorbereitung. Es ist mir nach wie vor unbegreiflich.“  – Teilnehmerin Level D

Diese Rückmeldung zeigt etwas Wichtiges: Auch nach gründlicher Vorbereitung kann sich ein Black Out einstellen. Das ist menschlich. Die entscheidende Frage ist nicht, ob man durchfällt – sondern wie man damit umgeht.

Die IPMA Level D Prüfung bietet für jeden Prüfungsteil eine Wiederholungsmöglichkeit an. Wer sie mit dem Wissen nutzt, was beim ersten Mal nicht funktioniert hat, besteht in der Regel den zweiten Anlauf.

Unsere Besteherquote: Was dahintersteckt

Nahezu alle Teilnehmer, die das PROJEKTFORUM-Seminar absolvieren und den Report nach unserer Vorlage und Checkliste erstellen, bestehen die IPMA Level D Prüfung beim ersten Versuch. Unsere Besteherquote liegt bei annähernd 99 %. In seltenen Ausnahmeflällen – meist durch unvorhersehbare persönliche Umstände – ist eine Wiederholungsprüfung nötig. Diese hat bisher jeder bestanden.

Was diese Quote ermöglicht: Nicht allein die Vermittlung der 28 Kompetenzelemente der ICB 4.0, sondern die individuelle Begleitung durch den gesamten Prüfungsprozess. Jeder Report wird von uns persönlich geprüft und kommentiert. Wer dieses Feedback ernst nimmt und konsequent umsetzt, geht gut vorbereitet in die Prüfung.

Die fünf wichtigsten Tipps aus Teilnehmer-Feedback

  • Wählen Sie Pfad 1 mit Report. Der Report entsteht begleitend im Seminar – mit Trainer-Feedback, das Sie sicher durch die Anforderungen führt. Die rein schriftliche Prüfung in Pfad 2 ist inhaltlich und zeitlich deutlich anspruchsvoller.
  • Agile Inhalte ernst nehmen. Scrum, agiles Manifest, Akzeptanzkriterien und der Vergleich klassisch/agil sind Prüfungsthemen – keine Randthemen. Wer sie vertieft, ist gerüstet.
  • Alle Lernmaterialien kombinieren. Die Bücher Projektkompetenz I und Projektkompetenz II, die Seminarunterlagen, die Lern-App und die Übungsklausuren ergänzen sich. Keine einzelne Quelle bildet die Breite der Prüfungsinhalte allein ab.
  • Nichts leer lassen. Auch ein teilweise richtiger Ansatz kann Punkte bringen. Assessoren interpretieren im Zweifel wohlwollend – aber nur, wenn etwas da ist, das interpretiert werden kann.
  • Den Report nach Vorlage und Checkliste erstellen – und das Trainer-Feedback konsequent umsetzen. Abweichungen vom Standard kosten Punkte, auch wenn sie fachlich vertretbar sind.

 

„Wir sind alle ziemlich erleichtert, dass es jetzt auf der Zielgeraden so glatt gelaufen ist. Danke nochmals für eure Begleitung und die gute Vorbereitung.“  – Teilnehmer Level C, (anonymisiert)

Gut vorbereitet in die Prüfung – mit dem PROJEKTFORUM

Das PROJEKTFORUM begleitet Sie nicht nur durch das Seminar – sondern durch den gesamten Weg zur IPMA Level D Zertifizierung. Individuelles Report-Feedback, aktuelle Prüfungshinweise und über 30 Jahre Erfahrung mit der GPM-Prüfung sind unser Versprechen an Sie.

Seminartermine & Anmeldung: www.projektforum.de

Beratung: info@projektforum.de | Tel. 0234 5882 8081

Alle zitierten Erfahrungsberichte stammen von anonymisierten Teilnehmern des PROJEKTFORUM Rhein Ruhr GmbH aus den Jahren 2014–2025. Die Verwendung erfolgt mit Einverständnis der Teilnehmer.